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Buchhinweis zu einer Neuerscheinung:
Erwin Chargaff: „Was wir nicht mehr vermissen, haben wir verloren.“ Ausgewählte Bemerkungen.
Herausgegeben von Friedemann Spicker unter Mitarbeit von Angelika Spicker-Wendt. Düsseldorf: Virgines 2026.
ISBN 978-3-910246-57-7, 19,80 Euro
Für die einen war Erwin Chargaff (1905-2002) in den 80er und 90er Jahren ein geistiger Brandstifter, für die anderen ein prophetischer Vordenker. Der Biochemiker, der fast zeitlebens in den USA forschte (ohne je Amerikaner zu werden) und knapp am Nobelpreis vorbeischrammte, war weit über siebzig, als sein erster Aphorismenband 1981 erschien und mit seinen Essays und Aphorismen ein überreiches zweites Leben als Außenseiter auf der Innenseite der Naturwissenschaften begründete. 1993 schließt er „Nachträgliche Bemerkungen“ für die Jahre 1981 bis 1993 an und wird als „der Biochemiker aus Karl Kraus’ Schule“ begrüßt. Unter den deutschsprachigen Aphoristikern ist er damit eine Ausnahmerscheinung. Die hier vorgelegte kommentierte Auswahl legt das bedeutende aphoristische Werk des Autors erstmals seit 1981/1993 vor.
Inhalt:
Zur Biographie
Zur Auswahl
I Natur und Naturwissenschaft
„Wir werden mit dem Tod im Zellkern geboren.“
Leben und Tod
„Die Natur erforscht den Forscher.“
Natur
„Die Naturwissenschaften sind tangential zur Natur.“
Naturwissenschaft
„Des Rätsels Lösung ist immer ein Rätsel.“
Forschung
„Wissenschaft ist ein Auge ohne Kopf.“
Wissenschaftskritik
II Zeit und Gesellschaft
„Unsre Zeit hat das Weinen verlernt.“
Zeit- und Gesellschaftskritik
„Der Engel der Vernichtung trägt die Züge seines Opfers.“
Deutsche und Juden
„Die ganze Welt krankt an der Gesundheit Amerikas.“
Amerika und die Amerikaner
III Selbst- und Menschenkenntnis
„Gedanken schmerzen oft mehr als Erinnerungen.“
Einsichten
„Wir sind immer gleich weit vom Ziel.“
Ansichten
„Das Herz wächst, indem es bricht.“
Von Herz und Geist
„Eine neue Wahrheit muss paradox sein.“
Wahrheit und Lüge
„Der Teufel ist der Meister der kleinen Schritte.“
Teufeleien
IV Kunst und Literatur
„Gute Bücher machen ihre Leser.“
Sprache und Literatur
„Die Worte, die nicht wehtun, tun auch nicht wohl.“
Satire
„Das erste Rad am Schlitten“
Spiel und Witz
„Lyrik der Vernunft“
Aphorismus
Nachwort: Der Aphoristiker Erwin Chargaff
Auf dem Rückdeckel:
Wir werden mit dem Tod im Zellkern geboren.
In unserer Zeit ist es die Einnahme, die die Regel bestätigt.
Es gibt Dinge, die nicht zu verstehen einem Menschen Ehre macht.
Die Weisheit besteht darin, das eine zu erhoffen und das Gegenteil zu erwarten.
Die ganze Welt krankt an der Gesundheit Amerikas.
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